Ostbayerisches Busunternehmertreffen

Unternehmergespräch des LBO mit Muhanad Al-Halak MdB
27. Januar 2025

Am 24. Januar trafen sich auf Initiative der Zwiesler Busunternehmerin und LBO-Bezirksvorsitzenden Carolin Lambürger-Treml rund 40 Busunternehmerinnen und -unternehmer aus Niederbayern und der Oberpfalz zu ihrem traditionellen Stockturnier in Zwiesel sowie zum anschließenden Unternehmergespräch in Bodenmais im Landkreis Regen. Dort erörterte Muhanad Al-Halak (FDP), Bundestagsabgeordneter aus Freyung-Grafenau und Wahlkreiskandidat in Deggendorf mit den Unternehmern und Verbandsvertretern die verkehrs- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen für die rund 270 mittelständischen Busbetriebe der Region.

In seinen einführenden Worten hob der Abgeordnete die enorme Bedeutung des öffentlichen Personennahverkehrs für die Mobilität und Teilhabe der Menschen, gerade im ländlichen Raum, hervor und dankte den Unternehmerinnen und Unternehmern für ihre zuverlässige Arbeit – die aufgrund des gravierenden Fahrermangels alles andere als einfach sei. Gerade in Ostbayern, wo über 80 Prozent des gesamten Nahverkehrs von kleinen und mittelständischen Familienbetrieben bedient würden und über 120 Millionen Menschen jährlich den Bus als umweltfreundliches Verkehrsmittel nutzten, müsse dem Personalmangel zügig etwas entgegengesetzt werden, so Al-Halak. Er unterstütze deshalb das Bemühen der Branche für Reformen beim Führerscheinrecht.

LBO-Geschäftsführer Stephan Rabl erklärte, dass hierfür die Ausbildungspraxis grundlegend reformiert werden müsse. „Es kann nicht sein, dass die gleiche Ausbildung in Österreich deutlich schneller und vor allem zu einem Bruchteil der Kosten absolviert werden kann.“ Werden in Deutschland weit mehr als 10.000 Euro für den Busschein fällig, sind es in Österreich nur rund 3.000 Euro – bei absolut gleichwertiger Ausbildung. Die notwendigen angesprochenen Reformvorschläge aus der Branche lägen dem Bundesverkehrsministerium seit geraumer Zeit vor, seien aber nicht zuletzt aufgrund des Ampel-Aus nicht mehr in Angriff genommen worden.
Angesichts ca. 4.000 fehlender Busfahrer bayernweit fällt es vielen Betrieben zunehmend schwer ihre vertraglichen Verpflichtungen, den ÖPNV und Schülerverkehr vollumfänglich sicherzustellen, zu gewährleisten. „Jeder einzelne Betrieb würde sofort Fahrerinnen und Fahrer einstellen, wenn es sie nur gäbe“, bestätigt die niederbayerische LBO-Bezirksvorsitzende Lambürger-Treml.

Darauf aufbauend und mit Blick auf das Deutschlandticket bestätigte Al-Halak, dass gerade im ländlichen Raum und insbesondere im Bayerischen Wald, die Verfügbarkeit und weniger der Preis öffentlicher Mobilität an erster Stelle stehen müsse. Denn was nütze ein Flatrate-Ticket, wenn es kein Angebot es zu nutzen gebe?