Mobilität in Bayern: Mix überzeugt!

Die Sonderauswertung der bundesweiten Studie „Mobilität in Deutschland“ (Erhebungszeitraum 2023–2024) liefert fundierte Erkenntnisse zum Mobilitätsverhalten im Freistaat Bayern auf Basis einer belastbaren Stichprobe von über 78.000 befragten Personen. Wie nutzen die Menschen die Verkehrsangebote? Und was hat sich dabei in den vergangenen Jahren geändert? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert die Studie „Mobilität in Deutschland“ – die größte bundesweite Mobilitätsstudie nach der Corona-Pandemie. 

Zentrale Ergebnisse zeigen eine Fortsetzung bereits während der Pandemie angestoßener Entwicklungen: Der Anteil des Rad- und Fußverkehrs ist insbesondere in urbanen Räumen signifikant gestiegen. Gleichzeitig bleibt der motorisierte Individualverkehr dominierend und erfährt eine hohe Nutzerzufriedenheit; 77 % der Befragten bewerten Pkw-basierte Mobilität positiv. Demgegenüber steht eine vergleichsweise geringe Zufriedenheit mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), bei dem lediglich rund ein Drittel der Nutzer eine positive Bewertung abgibt. 

Die Daten verdeutlichen zudem die anhaltend ausgeprägten Unterschiede zwischen urbanen und ländlichen Räumen hinsichtlich Mobilitätsverhalten und Angebotsstrukturen. Während in Städten eine stärkere Diversifizierung der Verkehrsmittelwahl erkennbar ist, bleibt im ländlichen Raum der Pkw vielfach alternativlos. Aus verkehrsplanerischer Perspektive unterstreichen die Ergebnisse die Relevanz eines integrierten „Mobilitätsmixes“, bei dem verschiedene Verkehrsträger komplementär eingesetzt werden. Gleichzeitig wird ein deutlicher Handlungsbedarf im ÖPNV sichtbar, insbesondere hinsichtlich Angebotsqualität, Infrastruktur und Finanzierung in der Fläche.

Die gewonnenen Daten fließen in das Landesverkehrsmodell Bayern ein und bilden eine zentrale Grundlage für evidenzbasierte Verkehrsplanung auf Landes- und kommunaler Ebene. Durch die hohe Stichprobendichte sind differenzierte Analysen bis auf Ebene von Landkreisen und kreisfreien Städten möglich, was die strategische Steuerung von Mobilitätsangeboten erheblich verbessert.

👉 Mehr Infos: Kurzstudie für Bayern